USA und Iran einigen sich auf 60-Tage-Fahrplan - Vance, Hormuz und Libanon nach Schweizer Gesprächen
Bürgenstock: technische Gespräche laufen die ganze Woche. Qatar und Pakistan vermittelten. Trump drohte, Ghalibaf konterte.
Die ersten hochrangigen US-Iran-Gespräche in Bürgenstock, Schweiz, endeten am 22. Juni. Beide Seiten vereinbarten eine Roadmap zu einem Endabkommen innerhalb von 60 Tagen - unter einem Waffenstillstand, der einen Krieg von mehr als 100 Tagen beenden soll.
Wer am Tisch saß
US: Vizepräsident JD Vance, Gesandter Steve Witkoff, Jared Kushner.
Iran: Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, Außenminister Abbas Araghchi.
Vermittler - Qatar und Pakistan. Die Gespräche liefen vom 21. Juni bis in die frühen Stunden des 22. Juni.
Was sie vereinbarten
Laut der gemeinsamen Erklärung der Vermittler:
- ein Hochrangiges Komitee steuert ein Endabkommen innerhalb von 60 Tagen
- technische Arbeitsgruppen arbeiten die ganze Woche in Bürgenstock weiter
- eine Kommunikationslinie zur Strait of Hormuz, um Vorfälle und Missverständnisse zu vermeiden
- eine Deeskalationszelle für Kämpfe im Lebanon (Parteien, Lebanon, Vermittler)
- Handelsschiffe dürfen 60 Tage lang Hormuz ohne Gebühr passieren - aber Iran schließt künftige Abgaben nicht aus
Auf der Agenda: Atomprogramm, Sanktionen, eingefrorene Vermögen, Abkommensüberwachung.
Angespannte Kulisse
Der Auftakt war holprig:
- Iran sagte am Samstag, es habe Hormuz erneut geschlossen
- Donald Trump drohte mit neuen Angriffen wegen Hezbollah im Lebanon
- die iranische Delegation verließ kurz die Gespräche
Ghalibaf nannte Trumps Drohungen ein Zeichen der «Verzweiflung». Vance sagte Fox News, es sei ein «historisches Treffen», und fragte, ob beide Seiten «ein neues Blatt wenden» könnten.
AP weist darauf hin, dass der Schiffsverkehr in der Meerenge am Sonntag trotz Tehrans Behauptungen weiterlief.
Was als Nächstes passiert
Technische Gespräche laufen die ganze Woche in der Schweiz. Dann eine neue Ministerrunde bei Durchbrüchen.
60 Tage sind eine harte Frist. Scheitert das Abkommen, hat Trump bereits US-Gebühren für den Hormuz-Transit ins Spiel gebracht.
Das Ergebnis heute: Der Krieg ist nicht vorbei, aber zum ersten Mal seit Monaten gibt es einen schriftlichen Plan - und Mechanismen, damit die Meerenge und der Lebanon nicht alles über Nacht sprengen.