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Erdbeben in Venezuela: 920 Tote, 50.000 Vermisste, die goldenen Stunden laufen ab

Doppelbeben 7.2 und 7.5. Jorge Rodríguez nennt neue Bilanz. Familien graben allein in La Guaira. UN-Hilfe ist unterwegs.

Von News4You Redaktion 6 Min.
Erdbeben in Venezuela: 920 Tote, 50.000 Vermisste, die goldenen Stunden laufen ab

Als wir erstmals über die Doppelbeben vor Caracas berichteten, lautete die offizielle Zahl 32 Tote.

Drei Tage später: 920 - und niemand tut so, als wäre Schluss.

Die neuen Zahlen

Jorge Rodríguez, Vorsitzender der Nationalversammlung Venezuelas, gab am Freitag, 26. Juni die aktualisierte Bilanz bekannt:

Anzahl
Tote920+
Verletzte3.360+
Noch unter Trümmern172
Gemeldet vermisst50.000+ (UN)

Die Zahl der Vermissten stammt von Tom Fletcher, dem UN-Hilfschef. Er warnte, die Zahl der Toten werde “deutlich steigen.”

Unter diesen 50.000 sind Menschen abgeschnitten ohne Handyempfang - Familien, die denselben Namen zweimal in Crowd-Listen eintragen. Selbst wenn man Duplikate abzieht: Das Ausmaß ist erschütternd.

Zum Vergleich: Das tödlichste moderne Beben Venezuelas vor dieser Woche forderte 1967 240 Leben. Diese Zahl war am Freitag vor dem Frühstück schon überschritten.

Was sich seit Mittwochnacht geändert hat

Zwei Schläge, 39 Sekunden Abstand:

  • 7.2 - Vorbeben um 18:04 Ortszeit
  • 7.5 - Haupterdbeben nahe San Felipe, Yaracuy

Epizentren 160 km westlich von Caracas. Der stärkste seismische Doppelschlag in Venezuela seit über einem Jahrhundert.

La Guaira - der Küstenstaat - ist eine Katastrophenzone. Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez ordnete die Militarisierung für Rettungseinsätze an. Gebäude in Caracas stürzten in sich zusammen. Das Hotel Eduard an der Uferpromenade wurde zerquetscht.

243 Menschen bis Freitag lebend aus den Trümmern gezogen. 861 internationale Helfer schon vor Ort - aus Mexiko, den USA, Kolumbien, der Schweiz, El Salvador und mehr. Die UN meldet 1.000 Einsatzkräfte in 25 Suchteams unterwegs.

Die USA schicken Militärschiffe und -flugzeuge mit Hilfsgütern. 17 Länder haben Teams im Einsatz.

Was in den Pressemitteilungen fehlt

Geh durch die am stärksten getroffenen Blocks - und du hörst Schaufeln, bevor Sirenen kommen.

Anwohner sagen Reportern, sie sehen kaum staatliche Rettungsteams - trotz offizieller Bilder einer “robusten Reaktion.” Familien graben mit bloßen Händen, während das 48-72-Stunden-Überlebensfenster zugeht.

Loyce Pace vom Internationalen Roten Kreuz sagte, die Menschen seien “immer noch zu Tode erschrocken, wieder reinzugehen.” Nachbeben kommen weiter. Ein 5.0 traf Freitagmorgen.

Das USGS PAGER-System schätzte bis zu 22% Wahrscheinlichkeit, dass die Endbilanz 100.000 übersteigt. Das ist keine Vorhersage - es ist eine Warnung, was passiert, wenn 1,7 Millionen Gebäude bei dieser Stärke wackeln.

Ausländische Opfer

Unter den Toten: Staatsangehörige aus Brasilien, China, Spanien und Portugal - nicht nur Venezolaner.

Was jetzt passiert

Suche und Rettung laufen weiter. Hilfskonvois kriechen nach La Guaira. Krankenhäuser platzen aus allen Nähten.

Die UN appellierte gemeinsam: “Die internationale Gemeinschaft darf nicht zulassen, dass sich dieser Notfall zu einer noch größeren menschlichen Tragödie vertieft.”

Wir schrieben über die ersten Stunden - den Hotel-Einsturz, die Doublet-Mechanik, die frühen 32 bestätigten Toten.

Die Geschichte ist jetzt einfacher und schlimmer: Hunderte bestätigt tot, Zehntausende vermisst, und eine Uhr, die für Pressekonferenzen nicht anhält.

Wenn du diese Woche nur ein Update zu Venezuela liest, dann dieses - die Zahlen sind in 72 Stunden von Dutzenden auf 920 gestiegen. Sie sind noch nicht fertig mit Bewegen.

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