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Venezuela von zwei Erdbeben 7.2 und 7.5 getroffen - Hotel eingestürzt, 32 Tote, Zahl steigt

Zwei Beben 40 Sekunden auseinander vor der Nordküste. La Guaira Katastrophengebiet, Hotel Eduard in Trümmern. USGS warnt vor bis zu 100.000 Opfern.

Von News4You Redaktion 5 Min.
Venezuela von zwei Erdbeben 7.2 und 7.5 getroffen - Hotel eingestürzt, 32 Tote, Zahl steigt

Zwei Erdbeben rissen am Abend des 24. Juni durch den Norden Venezuelas - 40 Sekunden auseinander, 7.2 dann 7.5 - der stärkste seismische Doppelschlag des Landes seit über einem Jahrhundert.

Gebäude stürzten in Caracas ein. Ein Hotel an der Küste wurde zu Schutt. Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez rief den nationalen Notstand aus und nannte La Guaira eine “disaster zone.”

Die Zahl der Toten steigt.

Was passierte

Laut US Geological Survey (USGS):

BebenStärkeZeitpunkt
Erstes7.2~18:04 Ortszeit, westlich von Morón
Zweites7.539-40 Sekunden später, ~45 km entfernt

Die Folge ist als doublet bekannt - zwei starke Schocks in rascher Folge, die die Schäden verstärken.

Über 20 Nachbeben folgten. Erschütterungen waren bis in den Amazonas von Brasilien, 1.700 km entfernt, zu spüren.

Opfer und Warnungen

Rodríguez bestätigte bis zum frühen 25. Juni mindestens 32 Tote und über 700 Verletzte - und warnte, die Zahl werde steigen, sobald Retter eingestürzte Gebäude erreichen.

Der USGS gab eine rote PAGER-Warnung heraus - die höchste Stufe - und schätzte mögliche Todesfälle zwischen 10.000 und 100.000. Das ist ein Modellbereich, keine bestätigte Bilanz. Aber vor Ort sagen Beamte, “high casualties” seien wahrscheinlich.

Dozens of buildings have collapsed, and we are engaged in the arduous task of rescuing the lives that God allows us to save.

Innenminister Diosdado Cabello bestätigte mehrere Einstürze, nannte aber in den ersten Stunden kaum nationale Zahlen.

La Guaira und Hotel Eduard

Der Küstenstaat La Guaira - neben Caracas - traf es am härtesten.

In Macuto wurde das Hotel Eduard - ein achtstöckiges Strandhotel mit 106 Zimmern - weitgehend zerstört. Von CNN verifiziertes Video zeigt: Nur der Eingang steht noch. Bis zu 15 Gebäude stürzten im Staat ein, so Jorge Rodríguez, Vorsitzender der Nationalversammlung.

Rettungsteams gruben in eingestürzten Wohnblöcken. Im Bundesstaat Falcon meldeten sie in den ersten Stunden 32 Hospitalisierte und 15 Eingeschlossene.

Der Betrieb am internationalen Flughafen Maiquetía wurde ausgesetzt. Ausfälle beim Mobilfunk ließen Familien im Ausland ihre Angehörigen nicht erreichen - schmerzhaft für eine Diaspora von über 7 Millionen Venezolanern, die in den Krisenjahren das Land verließen.

Caracas und darüber hinaus

In der Hauptstadt flohen Bewohner auf die Straße, als Fassaden rissen und Strukturen einstürzten. Auch Miranda, Aragua, Carabobo und Falcon meldeten Schäden.

Rodríguez ordnete Evakuierungen für Häuser mit schweren Strukturschäden an. Zivilschutz und das nationale Notfallsystem wurden landesweit eingesetzt.

Keine größere Tsunami-Gefahr im Pazifik wurde gemeldet, kurzzeitig galten aber Warnungen für Puerto Rico und die US Virgin Islands.

Kontext

Venezuela liegt dort, wo die Karibische und die Südamerikanische Platte aufeinandertreffen. Das Beben von 1812 tötete schätzungsweise 30.000 in Mérida und Caracas.

Der Doppelschock am Mittwoch zählt zu den größten seitdem. Hilfszusagen kommen herein, aber die Rettungsarbeit steckt noch in den ersten kritischen Stunden.

Für ein Land, das bereits von wirtschaftlichem Zusammenbruch und politischer Unruhe gezeichnet ist, sind zwei Erdbeben in einer Minute eine Katastrophe auf Katastrophe.

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