Start
← Zurück zur Startseite
Welt

Transporter fährt in Berliner Pride-Menge am Brandenburger Tor - 1 Toter, 29 Verletzte

Ein Kleintransporter fuhr am späten Samstag in Menschen nahe dem Christopher Street Day im Tiergarten. Die Polizei erschoss später den Verdächtigen Abdul B., 21, der den Behörden wegen islamistischer Verbindungen bekannt war.

Von News4You Redaktion 5 Min.
Transporter fährt in Berliner Pride-Menge am Brandenburger Tor - 1 Toter, 29 Verletzte

Berlins größtes Pride-Wochenende sollte Lärm, Farbe und schlechtes Tanzen am Tor sein. Am späten Samstag wurde es wieder eine europäische Schlagzeile über ein Fahrzeug und eine Menschenmenge.

Gegen 22 Uhr Ortszeit im Tiergarten, nahe dem Brandenburger Tor und den Christopher-Street-Day-Versammlungen, fuhr ein Kleintransporter in Menschen. Eine Person starb. Neunundzwanzig wurden verletzt. Die Stadt, die sich als offen verkauft, startete die bekannte Choreografie: Absperrungen, Hubschrauber, Fahndung.

Wen die Polizei nannte

Innenminister Alexander Dobrindt sagte, der Verdächtige - bekannt als Abdul B., 2005 in Deutschland geboren, deutscher Staatsbürger mit libanesischem Familienhintergrund - habe eine lange Spur: viele frühere Delikte, Radikalisierung, Verbindungen zur islamistischen Szene. Sicherheitskreise sagten Reuters, er sei erst etwa zwei Monate zuvor aus der Jugendstrafanstalt entlassen worden.

Am Sonntagabend erschoss die Polizei ihn. Die landesweite Fahndung endete wie zu viele dieser Geschichten jetzt - mit einer Leiche und einer Pressekonferenz.

Die Politik darunter

Die Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz bekam ohnehin Schläge dafür, ineffektiv zu wirken. Ein Angriff am Pride-Wochenende trifft genau diese Prellstelle. Rechtsextreme Stimmen werden es instrumentalisieren, bevor die Kerzen abbrennen. LGBTQ-Organisatoren werden wieder fragen, warum weiche Ziele weich bleiben.

Deutschland kennt diesen Film: Fahrzeuge als Waffen, bekannte Namen, die irgendwie nicht gestoppt wurden, Mahnwachen, die sich zugleich notwendig und erschöpft anfühlen.

Was bleibt

Ein Toter. Neunundzwanzig Verletzte. Eine Pride-Stadt, die vorsichtig feiern soll. Und die Erinnerung, dass «den Behörden bekannt» nicht dasselbe ist wie «rechtzeitig gestoppt».

Wenn du diese Woche in Berlin bist: Beobachte offizielle Kanäle, gib dem Tiergarten Raum und lass die Timeline die Opfer nicht zu Requisiten machen. Die Geschichte ist hässlich genug ohne das.

Ähnliche Artikel