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Der Brand bei Bordeaux ist immer noch nicht unter Kontrolle - 220.000 allein in der Gironde evakuiert

Der Gironde-Brand verbrannte ein Gebiet viermal so gross wie Paris. In Frankreich und Spanien flohen rund 330.000 Menschen vor hitzegetriebenen Waldbränden.

Von News4You Redaktion 5 Min.
Der Brand bei Bordeaux ist immer noch nicht unter Kontrolle - 220.000 allein in der Gironde evakuiert

Weinland soll nicht so riechen.

Ein monströser Waldbrand westlich von Bordeaux hat etwa 220.000 Menschen in der Gironde aus ihren Häusern vertrieben - Innenminister Laurent Nuñez nannte es sehr wahrscheinlich Frankreichs grösste zivile Evakuierung in Friedenszeiten. Die Brandfläche liegt bei rund 420 Quadratkilometern, ungefähr viermal so gross wie Paris. Die Behörden sagen weiter, das Feuer sei “fixiert”, aber nicht eingedämmt. In Feuerwehrsprache heisst das: Wir halten es, das Wetter kann uns trotzdem brechen.

Die Hitze schreibt den Plan ständig neu

Böen und knochentrockene Luft trieben nächtliche Evakuierungsbefehle in weitere Orte südwestlich der Stadt. Bordeaux selbst ist nicht leer - Bürgermeister Thomas Cazenave geht eine schmale Linie zwischen Ruhe und Ehrlichkeit - aber Vororte und atlantische Touristenstreifen schon.

In Frankreich und Spanien liegt die Zahl der Vertriebenen bei etwa 330.000. Spanien starrt auf seine vierte Hitzewelle des Sommers, mindestens ein Brand gilt schon als der grösste in der aufgezeichneten Geschichte. In einigen spanischen Orten wurden Befehle nach nächtlichen Fortschritten aufgehoben. Frankreich fügt weiter Namen zur Abzugsliste hinzu, wenn das Quecksilber steigt.

Macron nannte die Lage Frankreichs schwerste seit dem Zweiten Weltkrieg. Das ist keine Pressemitteilungs-Poesie. Das ist ein Präsident, der auf Camps, geschlossene Strände und Weindörfer unter Asche blickt.

Was “nach Hause gehen” wirklich bedeutet

In Gegenden nahe Bordeaux, wo die Flammen nie ankamen - Le Haillan, Teile von Mérignac und Eysines - bekamen manche Bewohner grünes Licht zur Rückkehr, mit eingeschaltetem Handy und gepackter Notfalltasche. Bedingte Normalität. Die hält bis zum nächsten Windwechsel.

Touristen auf Cap-Ferret und den Dünenstränden werden weiter umgeschichtet. Flugzeuge und Hubschrauber arbeiten die Küste ab. Hotels füllen sich mit Leuten, die für Urlaub gepackt haben und stattdessen Rauch in der Lunge haben.

Europas Sommer roch früher nach Staus und überteuertem Aperol. Diese Version sind Evakuierungs-Apps und gelbe Hitzewarnungen, die nicht ablaufen wollen. Bordeaux ist die Postkarte. Das Feuer ist die Bildunterschrift, die niemand wollte.

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