Kanada 6:0 Katar - erster WM-Sieg nach 40 Jahren Leid und Konés gebrochenem Bein am Ende
David-Hattrick, 52.497 im BC Place, ein Land schrieb Geschichte. Dann fuhr Koné auf der Trage davon - und die Party verstummte.
Vancouver hatte seit 1986 gewartet. Vierzig Jahre - null WM-Siege der Männer. Am Donnerstagabend im BC Place stand 6:0 auf der Anzeigetafel, und 52.497 Menschen glaubten kurz, kanadischer Fußball sei endlich erwachsen geworden.
Dann der Pfiff. Dann die Trage. Und das ganze Stadion verstand: Der Sieg war historisch, aber der Preis könnte brutal sein.
Jonathan David beherrschte den Abend. Vier WM-Spiele ohne Tor - dann drei in einem. 29. Minute, Nachspielzeit der ersten Halbzeit, 90+2 - Hattrick. Cyle Larin eröffnete in der 16., Einwechselspieler Nathan Saliba traf in der 63., Jacob Shaffelburg machte das 5:0 per Eigentor von Mohamed Manai.
Jesse Marsch bekam, was viele “das wichtigste Spiel in der Geschichte des Programms” nannten:
- Kanadas erster WM-Sieg - überhaupt
- der höchste Sieg einer CONCACAF-Männermannschaft bei einer WM
- 4 Punkte und +6 Tordifferenz - Spitze Gruppe B vor der Schweiz
- Katar endete mit zwei Roten, neun Mann auf dem Platz, totalem Kollaps
Die Ränge schrien “Canada!”, die Fan-Zone am Harbourfront explodierte, Social Media füllte sich mit Memes über Les Rouges, die endlich mehr sind als “das Team, das schon mit einem Remis zufrieden ist”.
Dann - Ismaël Koné.
Der Mittelfeldspieler, Teil des Motors, ging in der zweiten Halbzeit zu Boden. Bein. Trage. Stille im BC Place, die härter traf als jedes Tor. CBC nannte es “Ekstase und Agonie” - zutreffend. Die Party wurde nicht abgesagt, aber jemand warf eine Decke darüber.
Für David eine persönliche Rachegeschichte. Für Larin ein zweites Tor bei dieser WM nach dem Remis gegen Bosnien. Für das Land - ein Tag, den man in Schulen zeigen wird.
Als Nächstes - Schweiz, 24. Juni, wieder Vancouver. Bis dahin kann Kanada den ersten Sieg genießen. Und beten, dass Koné zurückkommt.
Denn 6:0 sind nicht nur Zahlen. Es ist “wir haben es endlich geschafft” - und “wir wollen nicht mehr bezahlen als nötig”.