Start
← Zurück zur Startseite
Unterhaltung

Chinas Natasha-Doll-Trend geht global - und die Leute sind wütend

Stress-Spielzeug oder rassistischer Witz? Videos, in denen schwarze Babypuppen verprügelt werden, verbreiteten sich von Douyin in die Welt. Regulierer griffen ein.

Von News4You Redaktion 5 Min.
Chinas Natasha-Doll-Trend geht global - und die Leute sind wütend

Es begann als quetschbares Stress-Spielzeug. Es endete als globaler Rassismus-Skandal.

Die Natasha Doll - eine langsam zurückfedernede Schaumstoff-Babyfigur in weißer, brauner und schwarzer Version - explodierte auf Douyin, RedNote und Taobao. Influencer gaben der dunkelhäutigen Version einen Namen. Dann wurden die Videos gewalttätig.

Was die Leute filmen

Creator prügeln die Puppen. Treten drauf. Kochen sie. Überfahren sie. Stecken Nadeln rein. Spülen sie die Toilette runter.

Die weiße Version taucht im Trend kaum auf. Die braune manchmal. Die schwarze Natasha - übertriebene Züge, in Kommentaren als “hässlich” und “abstrakt” beworben - kriegt fast das ganze Misshandlungs-Programm.

Ein viraler Kommentar auf RedNote, den internationale Medien zitierten, sagte es unverblümt: Die weiße Puppe “sieht menschlicher aus wie ein Baby” und “macht depressiv.” Die dunkle Version “fühlt sich eher an wie ein Spielzeug zum Rumspielen.”

Genau dieser Satz ließ das Internet außerhalb Chinas explodieren.

Warum es global ging

Hongkonger Aktivisten nannten manche Clips “absolut teuflisch”. Mitglieder schwarzer Communities in China und im Ausland sagten, der Trend normalisiere Gewalt gegen schwarze Körper - und speziell gegen schwarze Kinder.

CNN und andere führten den Namen auf eine lokale Vloggerin zurück, die die Puppe scherzhaft wie eine Tochter behandelte. Natasha blieb hängen. Süßwaren-Versionen folgten. Schulen im chinesischen Festland begannen, das Spielzeug zu verbieten.

Was die Behörden taten

Chinas Consumers Association sagte, gewalttätige und “grenzwertige” Marketing-Videos könnten gegen das Gesetz verstoßen. Marktregulierer in mehreren Provinzen starteten Kontrollen nahe Schulen. Plattformen zogen einige der schlimmsten Clips.

Aber Ende Juni waren die Puppen noch auf E-Commerce-Seiten gelistet - oft unter anderen Namen, manchmal noch mit Thumbnails, die Gewalt als Entertainment verkaufen.

Die unbequeme Frage

Ist das “nur ein Spielzeug-Trend” - oder ein Anti-Stress-Fad, der aus Versehen die Lunte an etwas viel Älterem angezündet hat?

Kritiker sagen, die Antwort ist offensichtlich. Verteidiger sagen, es wird aufgebauscht.

So oder so ist Natasha jetzt auf jedem Kontinent Schlagzeile - aus allen falschen Gründen.

Stressabbau war das Versprechen. Empörung ist viral gegangen.

Ähnliche Artikel